Elektromobilität

Der Elektro-Minibus kommt wie gerufen


Wie lässt sich das ÖPNV-Angebot möglichst nah an den Kundenwünschen ausrichten? Die Stadtwerke Trier erproben mit dieser Zielsetzung sogenannte „Smart Shuttles“ – zwei Elektro-Minibusse, die sich per Smartphone-App anfordern lassen. Der Testlauf wurde nach dem ersten halben Jahr verlängert und zugleich über weitere Bereiche des Stadtgebiets ausgeweitet.

Die Idee verspricht vielfältigen Nutzen: Verkehrsbetriebe können neben dem klassischen Linienbus auch attraktive Angebote für geringere Nachfragemengen schaffen; die Kundschaft vermeidet lange Wartezeiten oder die Nutzung des eigenen Autos; auf längere Sicht könnte mancher Zweit- oder Drittwagen überflüssig werden, was städtische Straßen und die Klimabilanz entlasten würde. Unterstützt von der Toyota Mobility Foundation erproben deshalb die Stadtwerke Trier (SWT) ein solches Angebot.

Wer den sogenannten „On-demand“-Service nutzen will, braucht ein Smartphone und muss sich zunächst die „Portazon“-App herunterladen. Über die werden der Ruf-Service und auch die Bezahlung der Fahrten abgewickelt. Die Kunden zahlen pro Fahrt den üblichen Bus-Tarif plus 2,50 Euro „Komfortzuschlag“, per Abbuchung vom Konto.

Rund 500 Einwohner der Stadt Trier haben sich seit dem Projektstart im Oktober 2022 in der App für das Smart-Shuttle-Angebot registriert. Stadtwerke-Sprecher Carsten Grasmück wertet diese Zahl als Erfolg – und als solide Basis für die jetzt erfolgte Ausweitung der Versuchsphase. Denn generell brauche es Zeit und Geduld, bis sich ein innovatives Angebot im ÖPNV etablieren kann.

Nicht nur Nachtschwärmer

Ein klares Profil für den „typischen“ Smart-Shuttle-Nutzer habe sich in den ersten sechs Monaten nicht herausgeschält, berichtet Grasmück. Etwa für die Annahme, insbesondere Nachtschwärmer oder Studenten seien überwiegend daran interessiert, bieten die bisherigen Zahlen keine Anhaltspunkte. Durchaus überraschend auch für die Stadtwerke: „Die Nachtfahrten zwischen Innenstadt und den Höhenstadtteilen wurden nicht so stark nachgefragt, wie wir das vermutet hatten“, sagt Grasmück.

Die ausgeweitete Testphase ist nun zunächst bis zum Jahresende 2023 terminiert. Ob das Angebot darüber hinaus erhalten bleibt oder gar verstetigt wird, könne erst auf Basis der dabei erfassten Daten entschieden werden.

Informationen finden sich auf der Homepage der SWT. Auskunft gibt darüber hinaus die Pressestelle: Carsten Grasmück, Telefon 0651 717-1050, carsten.grasmueck@swt.de.