Erster Ausloberpreis vergeben - Bitburg mit prämiert

10. September 2021


Der Landkreis Germersheim und die Stadt Bitburg haben den ersten Ausloberpreis in Rheinland-Pfalz am 7. September im Rahmen des 23. rheinland-pfälzischen Vergabetages, der von Städtetag, Landkreistag, Gemeinde- und Städtebund, Architektenkammer und Ingenieurkammer gemeinsam ausgerichtet wird, erhalten. Der Preis, der von der Architektenkammer verliehen wird, zeichnet öffentliche Auftraggeber aus, die regelmäßig Architektenwettbewerbe ausloben, und so einen wesentlichen Beitrag zur Baukultur leisten.

 „Wettbewerbe sind ein bewährtes Instrument, um Vergabeverfahren schnell und transparent abwickeln zu können. Sie orientieren sich zudem an der konkreten Aufgabe, nicht an Referenzen aus der Vergangenheit“, so Kammerpräsident Gerold Reker anlässlich der Verleihung. Leider, so Reker weiter, seien genau diese Vorteile noch viel zu wenig bekannt. Das solle der Ausloberpreis ändern. Mit dem erstmals verliehenen Ausloberpreis will die Architektenkammer Rheinland-Pfalz daher öffentliche Bauherren würdigen, die die Entstehung guter Architektur und zukunftsfähigen Städtebaus durch Planungswettbewerbe fördern. Der Landrat des Landkreises Germersheim, Dr. Fritz Brechtel, und der Bürgermeister der Stadt Bitburg, Joachim Kandels nahmen ihre Urkunden aus den Händen von Kammerpräsident Gerold Reker und Vizepräsidentin Edda Kurz entgegen.

Die IGS Rülzheim, die IGS Rheinzabern, die IGS Kandel, das Kreishaus in Germersheim – vier Planungswettbewerbe hat der Landkreis Germersheim in den letzten Jahren ausgelobt. Hinzukommen, so Vizepräsidentin der Architektenkammer, Edda Kurz, in ihrer Laudatio, freiraumplanerische Wettbewerbe die in Folge von Städten im Landkreis ausgelobt wurden. „Man sieht, wie unterschiedlich und wie vielfältig die Bauaufgaben sind, die mit dem Wettbewerb gelöst werden können. Wie Kreise im Wasser pflanzt es sich fort, wenn einmal der richtige Stein geworfen ist“, sagte Kurz. Dem stimmte Landrat Dr. Brechtel zu: „Wir wissen aus Erfahrung: Der Wettbewerb bietet die beste Lösung für anspruchsvolle Aufgaben, er ist fair und der Auslober behält seine Entscheidungskompetenz. Mit rund einem Prozent der Bausumme sind die Verfahrenskosten in Relation zum Optimierungseffekt hervorragend angelegt, denn der Wettbewerb bringt eine große Vielfalt möglicher Lösungen und damit eine hervorragende Entscheidungsgrundlage für qualitative gute, wirtschaftliche und damit nachhaltige Bauprojekte.“

Ein weiterer, gleichrangiger Preis ging an die Stadt Bitburg. In dem von Dörfern und Kleinstädten geprägten Rheinland-Pfalz, müsse es das planerische Ziel sein, in allen Regionen gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. In der Stadt Bitburg habe sich innerhalb kurzer Zeit eine sehr hohe Dynamik aufgebaut, so Edda Kurz in ihrer Würdigung für Bitburg: „Fünf Jahre, fünf Wettbewerbe, bleiben Sie in diesem Schwung! Ihr Elan und Ihre Aktivität für die Baukultur und für eine lebenswerte Umweltgestaltung können vorbildlich sein für viele Kommunen und vergleichbare Gemeinden in Rheinland-Pfalz.“
Bürgermeister Joachim Kandels, der den Preis in Mainz entgegennahm, spielte den Ball gerne zurück. Seit 2015 saniert Bitburg die Innenstadt und hat sich dabei intensiv der Stadtplätze angenommen. Dabei kam auch die Bevölkerung zu Wort. Diese Wettbewerbe hätten in Bitburg bewiesen, wie groß die Akzeptanz dieser Verfahren in Bitburg sei. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Hohe Qualität, die professionelle Begleitung, ein faires Verfahren und die Anonymität tragen dazu bei, dass man nicht über Büros, sondern über Entwürfe urteilt“, so Bürgermeister Kandels.

Die Aufzeichnung des Ausloberpreises ist bei YouTube abrufbar:
https://youtu.be/iKTnYZWC7lc